Update am Sonntag

Vielleicht fragt man sich, was ich die letzten Wochen getrieben habe, weil es hier sehr ruhig zuging. 

Ich saß stundenlang vor meinem Laptop und habe mehr oder weniger versucht Cover zu kreieren. Denn genau das tue ich die letzten Monate, für was ich zwei Cover brauche: Zwei Bücher sind in Arbeit und ich bin verdammt ungeduldig! Am Liebsten hätte ich sofort alle Grafikdesign Skills in meinem Kopf und könnte einfach loslegen. Ein Buch ist bereits fertig geschrieben, das Zweite verstaubt gerade, weil ich mich noch mit Bildbearbeitung herumschlage. 

Ich muss gestehen, bei dieser Hitze ist es nicht ganz leicht, sich an den Esstisch zum Schreiben zu setzen und irgendetwas Nachvollziehbares auf Weiß zu bringen. 

Gestern, als ich am Abend unterwegs war, hatte ich einen Gedankenanstoß, bei dem ich selbst äußerte, dass ich momentan nicht schreibe, weil ich Angst vor den Reaktionen habe. Manchmal schreibe ich, lösche es. Manchmal denke ich mir ganze Seiten, aber schreibe sie nicht. Denn darüber zu grübeln, was andere von mir halten, wie sie mich verurteilen können und falsch über mich denken, auch wenn das jeden seine Sache ist, grenzt mich ein. Bei manchen Themen ist es zu heikel, die richtigen Worte zu finden, um zum Beispiel zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen beizutragen. Denn weder möchte ich dir zu nahe treten, noch möchte ich neue Klischees entwickeln. 

Als mir letztens ein Mensch sagte, dass ich im Krankenhaus im letzten Jahr war, weil ich ein bisschen Aufmerksamkeit brauchte und ich nun einen besseren Freundeskreis habe, der mich hält, war ich traurig und enttäuscht. Aber ich sagte nichts. Ich hätte etwas sagen sollen. Ich wollte sagen, dass ich nicht die Aufmerksamkeit, sondern die Hilfe brauchte. Dass auch eine scheinbar transparente Krankheit existieren kann und ein Recht auf Genesung hat. Ich wollte sagen, dass ich es leid bin mir anhören zu müssen, wie schlecht ich und andere ‚damals‘ waren. Ist ja schön und gut, was man denkt, aber sollte es nicht wichtiger sein, dass man in dem Moment, jetzt und hier, einen Blick Richtung Zukunft wagt und das sogar mit einem Lächeln? 

Gehen wir doch mal mehr in der Zeit zurück und wenn man so gern vergleicht, warum dann nur mit dem offensichtlichen? Ist das gemütlicher?

Ich hänge nicht mehr mit Untergewicht joggend im Wald herum, ich sage heute ‚Nein!‘ und ich heule nicht gleich los. Ich bin nicht mehr eifersüchtig, sondern schätzend. Ich denke viel reflektierter als ‚damals‘. Für manche Menschen scheint es nur die akute Situation einer Krankheit zu geben, dann, wenn jemand sich Hilfe annimmt. Doch es gibt Phasen davor und danach, es gibt Phasen, da will man nicht daran erinnert werden, wie es damals war. Das kann extrem verletzend sein. 

Ich wollte sagen, dass meine Freunde immer versucht haben mich zu halten, nur manchmal war es nicht hilfreich und manchmal habe ich es aus eigener Kraft geschafft, aufzustehen, mir einen Kaffee zu kochen und auf Arbeit zu gehen. Denn auch das gehört dazu. Ich habe richtig Lust auf dieses verdammte Leben und ich will mir das nicht vermiesen lassen. Ja, ich war ein verletzendes Arschloch. Ja, ich war naiv wie eine Vierjährige. Ja, ich reagiere hier gerade über. Aber vielleicht muss das auch mal sein. Ich schreibe, um Menschen zu zeigen, dass eben nicht nur ein Instagrambild und ein Sehen auf der Straße ausreicht, um etwas oder jemanden zu verstehen. Eine Vergangenheit ist auch nicht stellvertretend für den heute vor dir stehenden Menschen. Mein Krankenhausbesuch im letzten Jahr war hart für mich, da kamen Sachen in mir hoch, die ich fein zerkaut und heruntergeschluckt habe. Vielleicht war es deswegen verletzend für mich, als ich daran mit den besagten Worten erinnert wurde. Vielleicht auch nicht.

Menschen sind so unfassbar kompliziert. 

Ich nehme es der Person nicht übel, dass sie mich mit ihren Worten getroffen hat. Es spornt mich an, das nächste Mal ruhige und erklärende Worte zu finden. Nicht nur für mich, sondern stellvertretend für alle Menschen, die mal strugglen, die psychisch krank sind oder melancholisch dem Regen zuschauen. 

Ich freue mich auf die offizielle Ankündigung für eines meiner neuen Bücher. Bleibe bitte noch ein wenig geduldig. 

Nun werde ich mich weiter meinen Buchcovern und der Formatierung zuwenden. 

Bleibe gesund. 

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