Der Weg zum Seelenheil

Manchmal habe ich Angst, dass es niemals ein Ende geben wird.

Ich sehe Joghurt, den ich aufwische, sehe rote Augen, dunkle Brauen und viel zu große Hände, die mir mein Glück rauben. Ich habe Angst, dass es Schicksal und keine Zufälle gibt, sich damit eine Spirale auftut, aus der ich nicht hinauskomme und alles Schwarz mal‘. Egal was ich tue. Dann langsam beginne ich daran zu zweifeln, dass Taten einen Mehrwert haben. Oder ich tue schlichtweg immer das Falsche mit meinen Gaben. Aber es gibt kein Schwarz und Weiß.
Ich habe Angst stecken zu bleiben und in dieser Angst renne ich so lange, dass meine Beine verlernt haben stillzustehen oder viel mehr mein Kopf, denn der rotiert, verliert, krepiert und prallt auf Paletten. Niemand kann diesen Kopf retten, weil es da nichts zu retten gibt. Meine Wände sind nicht vergilbt, der Kaffee wurde nicht verkippt und in mir ist noch alter, abgestandener Sprit. Ich fahre noch, Richtung Angst und kehre mit Hoffnung zurück. Dieser lange Weg, mit Autobahn und Waldstück führte mich zu einem einsamen Steg, bei dem ich mal diesen Kopf ins kalte Wasser steck’ und die Rotation erfrieren lasse. Ich schwinge mich auf, verprasse den alten Sprit und komme bei jemanden an, mit dem eine ‚immer und ewig’ Phase beginnt.

Doch am Ende habe ich den Joghurt aufgewischt, mich von Händen losgerissen, mir allein Probleme aufgetischt. Von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick, von Tanz zu Tanz bekomme ich einen neuen Glückskick. Ich werde neu vollgetankt und werde die sein, mit der ich selbst gern Wege fahren würde. Dann habe ich keine Angst mehr vor einer endlosen Spirale und sehe ein ‚Tschüss‘ nicht mehr als Hürde. Ich wachse, ich reife, ich gestehe es mir ein und weiß, ich will während dieser langen Fahrt bei jemanden sein: Bei unserer Zukunft, die wir nicht diskutieren, sondern aufpolieren. Bei unseren Gesprächen, die sich nicht duellieren, sondern tolerieren. Bei unseren Plänen, die wir unterstützen, uns dabei halten und nicht durch Meinung anderer erkalten. Beim Ansteigen unserer Euphorie, doch dabei auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Vor mir zeigt sich immer wieder ein Spiegel auf, den jemand in die Hände nimmt, wenn mal wieder etwas im Getriebe klemmt. 

Doch am Ende habe ich die Wahl, ob ich den Spiegel zertrümmere, mich um den Joghurt auf dem Boden kümmere, alles verschlimmere oder mir doch eine Lösung zurechtzimmere. 

Manchmal habe ich Angst, dass das jetzige Glück vergeht. Dass diese Liebe von Außen mit Teer überschüttet wird. Doch ich bin mir sicher, dass mein restlicher und neuer Sprit den Motor aufheulen lässt. Ich setze mich ein, um das zu beschützen, was mir Seelenheil gibt. 

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